Spulwürmer


Spulwürmer (Parascaris equorum) sind die größten bei Pferden auftretenden Nematoden. Weibliche Spulwürmer können bis zu 50cm Länge erreichen, männliche rund 25cm. Der Durchmesser liegt im Schnitt bei etwa 0,6 bis 0,8 cm. Sie gehören zu den Rundwürmern.

Von der Lunge aus setzen die Larven ihre Wanderung über die Luftröhre, den Rachen, Schlund und Magen fort und erreichen nach etwa 21 Tagen den Dünndarm. Im Dünndarm entwickeln sie sich weiter fort und werden nach rund drei Monaten geschlechtsreif.

Die Eier der Spulwürmer werden in der Regel vornehmlich von Fohlen und Jährlingen durch das Belecken von Wänden im Stall aufgenommen. Eine eiweißhaltige Hülle umgibt die Eier und bildet eine sehr klebrige Oberfläche, so dass sich überall im Stall Spulwurmeier finden lassen.



Spulwurm - Ei
Parascaris equorum

Im Dünndarm verursachen die adulten Spulwürmer chronische Katarrhe, welche hinter den Schäden der durch die vorangegangenen Wanderformen in der Lunge und Leber verursachten zurückstehen. In seltenen Fällen können sich die Larven auch in andere Organe verirren.

Neben der Eiweißhülle umgeben mehrere Lagen aus Chitin und Lipoid das nur rund 100µm große Ei und machen es damit gegen eine Vielzahl von Einflüssen sehr widerstandsfähig, selbst eine Reihe gängiger Desinfektionsmittel scheitert hier.

In jedem dieser Eier findet sich eine etwa zwei Wochen nach dem Ausscheiden fertig ausgebildete, infektionsbereite Larve. Nach der oralen Aufnahme gelangen die Eier innerhalb von 24 Stunden auf direktem Weg über die Blutgefäße in die Leber und nach gut sieben Tagen auf gleichem Weg in die Lunge.

Der Befall mit Spulwürmern läßt sich in der Regel erst frühestens rund 80 Tage nach der Infektion nachweisen. Der Nachweis erfolgt über die Eier im Kot. Gerade Fohlen und Jungtiere können in diesem Zeitraum schon erheblich geschädigt werden. Es zeigen sich Wachstumsstörungen, glanzloses Haarkleid, wechselnde Freßlust, Gewichtsverlust und gestörtes Allgemeinbefinden.

Gerade zum Schutz der Fohlen empfiehlt sich eine Wurmkur bereits zwei Monate nach der Geburt mit einem geeigneten Präparat. In dieser Zeit erreichen die Larven noch nicht die Geschlechtsreife und es können keine Eier in die Umgebung gelangen. Zudem erfolgt eine regelmäßige Reinigung der Stallung mit Heißdampf.