Rollschwänze
Zu den Rollschwänzen, welche zu Problemen bei Pferden führen können, zählen die Arten Draschia megastoma, Habronema muscae, Habronema majus und Thelazia lacrimalis. | Der hervorgerufene Juckreiz veranlaßt die Pferde, sich zu scheuern oder benagen, wodurch die zuvor kleine Wundfläche größer wird und zur Narbenbildung neigt, wenn im Herbst die Fliegenplage nachläßt. | |||||||||
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Die Fliegenarten dienen somit den Parasiten als Zwischen- und Überträgerwirt. In einem Zeitraum von etwa 14 Tagen entwickeln sich die infektionfähigen Larven, die von ihren fliegenden Zwischenwirten bevorzugt im Bereich des Mauls und der Nüstern abgesetzt und so an das Pferd übertragen zu werden. pVon diesen Punkten aus wandern die Larven bis in den Magen. Dort setzen sie sich fest und erreichen nach weiteren zwei Monaten die Geschlechtsreife. Recht häufig werden diese Formen der Rollschwänze mit den Magenwürmern gleichgestellt, dies ist allerdings nicht korrekt. Im Magen setzen sich die Habronema-Arten häufig in den schleimhautproduzierenden Drüsen fest und führen dort zu einer verstärkten Bildung von Schleimhaut sowie deren häufige Entzündung. Draschia megastoma entwickelt sich ähnlich den Habronema-Arten, der Unterschied liegt hier darin, dass D. megastoma bereits fertige Larven zusammen mit dem Kot aus dem Wirtsorganismus entläßt. Auch bei dieser Art sorgen wiederum verschiedene Fliegenarten als Zwischenwirt für die Übertragung der Parasiten an das Pferd. Die Schadwirkung ist bei D. megastoma wesentlich größer: Die Parasiten siedeln auch im Magen an, dort entstehen als Folge fast eigroße Knoten, in denen sich die Würmer befinden. da hier der Magen massiv gestört und verändert wird, kommt es zu schweren Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust oder starken Koliken. Alle drei Arten können besonders in warmen Sommern zu schlecht heilenden Wunden, vor allem im Bereich der unteren Extremitäten oder Sattelllage, führen. Die Fliegen legen die Larven im infektionsfähigen, dritten Stadium in kleinen Wunden ab, die an diesen Stellen fast immer vorhanden sind. | Eine gewisse Sonderstellung nehmen Rollschwänze der Art Thelazia lacrimalis ein. Diese finden sich, wenn auch eher selten, im Bindehautsack des Auges. Die Weibchen erreichen eine Länge von knapp 2cm, die Männchen etwa die Hälfte. Als Zwischen- und Überträgerwirt fungiert die Fliegenart Musca autumnalis. Diese nimmt die Parasiteneier mit ihrem Saugrüssel zusammen mit der Tränenflüssigkeit auf. In den Fliegen entwickelt sich der Parasit uber zwei Stufen bis hin zur infektionfähigen Larve III. Dieses Larvenstadium kann nun wieder mit dem Saugrüssel von der Fliege an das Pferd übertragen werden. Dort angelangt wird nach rund 11 Wochen die Geschlechtsreife erreicht, die Weibchen beginnen mit der Eiablage. Häufig wird ein Vorkommen von Thelazia lacrimalis durch eine akute Augenentzündung entdeckt, welche als Reaktion auf den Parasitenbefall ausgelöst wird Eine leicht getrübte Hornhaut oder deutlich sichtbare, gefüllte Blutgefäße im Augapfel mit überdurchschnittlichem Schmerzempfinden können auf diesen Rollschwanz hindeuten. Die Hebronema-Arten werden über die Eier in einer möglichst frischen Kotprobe nachgewiesen, Draschia megastoma über die Larven. Bei Thelazia lacrimalis wird es etwas schwieriger, die Injektion eines Lokalanästethikums am Auge soll die Parasiten dazu bringen, in die Augenwinkel zu wandern. Dieser Vorgang läßt sich dann von außen erkennen. Allen diesen Formen der Rollschwänze ist gemeinsam, dass ihnen mit den bekannten Wirkstoffen in den Wurmpräparaten so gut wie gar nicht beizukommen ist. Diese Parasiten sprechen auf die Präparate nicht an bzw. zeigen sich resistent. Die wichtigste Prophylaxe besteht in einer einwandfreien Stallhygiene und Weidepflege, wobei der Kot täglich abgesammelt wird. | |||||||||



