Pfriemenschwänze


Von den Pfriemenschwänzen ist in unseren Breiten vor allem Oxyuris equi anzutreffen, eher selten finden sich Vertreter von Probstmayria vivipara, welche vorwiegend bei Pferden auftreten, die nach Europa importiert wurden. Beide gehören ebenfalls zu den Rundwürmern (Nematoden).

Nach rund sieben Tagen sind die Eischnüre angetrocknet. Die Eier rieseln wie Schuppen vom Anus zum Boden, von wo aus sie wieder von Pferden aufgenommen werden. Die Entwicklung von Probstmayria vivipara unterscheidet sich:

Die Weibchen von Oxyuris equi werden etwa 15cm lang, die Männchen erreichen lediglich gut 1/10 davon.

Die Larven werden von Pferden oral aufgenommen. Im Dickdarm heften sie sich an die Schleimhäute an und entwickeln sich dort über zwei Häutungen bis hin zur Geschlechtsreife.

Die männlichen Pfriemenschwänze sterben nach der Begattung ab und werden ausgeschieden.

Die weiblichen Exemplare wandern nach der Begattung vom Dickdarm zum Anus, um dort am Perineum (Mittelfleisch) bis zu über 50.000 Eier abzulegen. Nach der Eiablage ziehen sich die Weibchen bis in den Enddarm zurück und sterben dort ebenfalls ab.



Pfriemenschwanz Ei
Oxyuris equi

Diese benötigen keine exogene Phase (ausserhalb des Körpers). Die Larven verlassen die Eier im Uterus und erreichen nach etwa zwei Wochen die Geschlechtsreife. Auf diese Weise gelangen nur selten Larven III über den Kot an die Außenwelt.

Der Befall mit Pfriemenschwänzen führt zu Veränderungen der Dickdarmschleimhaut bis hin zu Entzündungen und Geschwürbildung. Es zeigen sich Inappetanz und Koliken, Unruhe und ein typischer Juckreiz am After.

Dieser Juckreiz führt zu lokalen Veränderungen und Scheuerstellen an der Schweifrübe, dem sog. Rattenschwanz.

Ein Nachweis der Pfriemenschwänze erfolgt indirekt über eine mikroskopische Untersuchung.

Die Eier werden durch eine klebrige Substanz in Form von Eischnüren zusammengehalten und haften am Anus.

In den Eiern von etwa 90µm Durchmesser befindet sich je ein Embryo, welcher noch in den Eischnüren über zwei Häutungen in das infektionsfähige Stadium übergeht.

Hierzu wird die Aftergegend mit einem Klebestreifen abgetupft, auf welchem die Eischnüre haften bleiben. Ein Befall mit Probstmayria vivipara läßt sich im lebenden Organismus so gut wie nicht nachweisen.

Zur Vorbeugung dient eine regelmäßige Kontrolle der Anusregion, Fütterung aus Raufen und auch die Entfernung der Eischnüre.

Pfriemenschwänze reagieren auf nahezu alle erhältlichen Anthelminthika.