Palisadenwürmer


Die Palisadenwürmer werden unterteilt in die großen und kleinen Strongyliden. Diese Parasiten stellen faktisch allein aufgrund ihrer Vielfalt mit die größte praktische Bedeutung bei Pferden dar, man kann davon ausgehen, dass die Tiere nur kurz nach einer erfolgreichen Wurmkur für einige Zeit keine Strongyliden in sich tragen.

Wie zu Beginn aufgeführt, zählt man über 50 verschiedene Arten bei den kleinen Strongyliden. Die exogene Entwicklung entspricht der von großen Palisadenwürmern (siehe auch: Blutwürmer). Die Schadwirkung auf den Endwirt Pferd fällt bei den kleinen Palisadenwürmern deutlich geringer aus.

Vorab ein Hinweis: Die exogene, also außerhalb des Pferdeorganismus ablaufende Entwicklung ist bei nahezu allen Strongyliden identisch, eine ausführliche Beschreibung finden Sie beim Blutwurm (Strongylus vulgaris).

Strongylus vulgaris zählt ebenso wie z.B. S. edentatus (Bild rechts) und S. equinus zu den großen Strongyliden, die kleinen Strongyliden werden z.B. aus den Arten Cylicocyclus, Cylicostephanus oder Cylicodonthophorus gebildet. Von diesen kleinen Strongyliden sind über 50 verschiedene Arten beschrieben.



Strongylus edentatus

Werden die Larven oral aufgenommen, gelangen sie in den Darmtrakt und setzen sich dort in der Schleimhaut fest. Die kleinen Strongyliden neigen im Gegensatz zu den großen Vertretern nicht zu Wanderungen durch den Organismus.

Auch der Zeitraum, in dem sich aus den Larven die geschlechtsreifen Formen entwicket, liegt wesentlich niedriger: Im Schnitt erreichen die kleinen Palisadenwürmer bereits nach rund einem bis drei Monaten dieses Stadium, wodurch sie sich stärker als ihre "großen" Verwandten verbreiten können:

Nachdem Strongylus equinus in den Organismus gelangt ist (siehe Blutwurm), wandern die Larven in die Schleimhäute von Blinddarm, -kopf und Dickdarm, um dort zu Häuten. Der Parasit wandert ständig in dieser Gegend umher und verursacht Störungen der Darmtätigkeit. Diese Wanderungen können sich über viele Monate hinziehen.



Kopf des Strongylus vulgaris

Geht man von einer durchschnittlichen Entwicklungsdauer von sechs Wochen aus, entwickeln sich bei günstigen Umweltbedingungen drei Generationen dieser Parasiten während einer Weidesaison und verseuchen in regelmäßigen zeitlichen Abständen die Weiden mit den ausgeschiedenen, bereits infektionsfähigen Larven.

Die meisten Larven durchbrechen die Darmwandung und halten sich als Folge dessen in der freien Bauchhöhle auf. Ein kleinerer Teil stirtb dort ab, während der größte Teil die Leber erreicht. Innerhalb der Leber wandern die Larven bis zu sechs Wochen, bevor sie in die Bauchspeicheldrüse wechseln und dort die präadulte Form erreichen. Von der Bauchspeicheldrüse treten diese Formen den Rückweg in den Dickdarm an.

Die Wanderung des Parasiten ist für die größten Gesundheitsschäden verantwortlich. Symptome sind beispielsweise Gewichtsverlust, Freßunlust, Koliken und Fieber. Bei geschwächten Fohlen können diese Strongyliden zum Tod führen. Der Nachweis gestaltet sich schwierig, dasszwischen der ersten Aufnahme des Parasiten und dem Absetzen erster Eier mit dem Kot bis zu neun Monate liegen.

Nach ihrer Aufnahme (siehe Blutwurm) erreichen die Larven von Strongylus edentatus nach gut 24 Stunden die Portalvenen der Leber, hier halten sie sich über zwei Monate auf. Nach der Häutung wechseln sie in das Bauchfell über. Diese Wanderungen ziehen sich etwa zehn Monate hin. Nach dieser Zeit finden sich die nun ausgewachsenen, geschlechtsreifen Parasiten in den Schleimhäuten von Blinddarm und Dickdarm. Die adulten Formen erreichen etwa 3cm (Männchen) bzw. 4cm (Weibchen) Länge.

Die Schadwirkung besteht bei diesen Strongyliden aus Blutungen im Bauchfell, die sich beispielsweise durch Koliken bemerkbar machen können.

In der Regel fallen von den kleinen Palisadenwürmern keine Arten als ausgesprochene Blutsauger auf, die Existenz dieser Parasiten wird durch klinische Symptome nicht besonders belegt, es entstehen also so gut wie keine körperlichen Anzeichen eines Befalls.

Strongyliden werden über ihre Eier im Kot nachgewiesen, hierbei ist es wichtig, zwischen großen und kleinen Strongyliden zu unterscheiden, die einige Arten der kleinen Palisadenwürmer vermehrt Resistenzen gegen gängige Anthelminthika aufweisen. Diese Differenzierung geschieht über die Aufzucht der Larven aus den Eiern bis zum Larvenstadium III. In diesem Stadium lassen sich die Darmzellen zählen, an deren Anzahl die Zuordnung gelingt, so verfügen die kleinen Strongyliden über acht Darmzellen, Strongylus vulgaris über 32.

Die meisten bei uns vorkommenden kleinen Palisadenwürmer weisen eine Resistenz gegen Präparate auf, die Wirkstoffe aus der Gruppe der Benzimidazole enthalten. So sollte neben einer entsprechenden Therapie mit anderen Wirkstoffen im Wechsel auch für eine sinnvolle Weidepflege Sorge getragen werden. Neben einem Wechsel der Weide kann hier auch mit Weidepausen von gut sechs Wochen den Larven auf natürlichem Wege Einhalt geboten werden.