Blutwürmer


Der Blutwurm (Strongylus vulgaris) zählt zu den großen Palisadenwürmern (große Strongyliden) der Pferde. Palisadenwürmer kommen praktisch bei allen Pferden vor, nur direkt nach einer Wurmkur sind sie für geraume Zeit nicht nachweisbar.

Die Larven des Blutwurms gelangen nach der Aufnahme in den Verdauungstrakt. In der Dickdarmschleimhaut häuten sie sich und gehen in die Blutgefäße über. Ihr Ziel ist die vordere Gekrösearterie, welches die Larven zielsicher ansteuern.

Innerhalb der Gruppe von Palisadenwürmern entstehen durch den Blutwurm die größten Schäden.

Die exogene, also ausserhalb des Körpers verlaufende Entwicklung ist bei allen Palisadenwürmern fast identisch:

Zusammen mit dem Kot werden die dünnwandigen Eier ausgeschieden. Aus diesen Eiern entstehen nach zwei Häutungen innerhalb von fünf (Sommer) bis 14 (Frühjahr / Herbst) Tagen die infektionfähigen Larven III (drittes Stadium).



Strongylus vulgaris

Im Bereich der Darmgefäße können sich, bedingt durch Blutungen und Entzündungen, Thromben und Aneurysmen bilden. Innerhalb kurzer Zeit führt die Infektion zu massiven Koliken, die für Fohlen unter Umständen tödlich verlaufen können.

In Folge eines Befalls können verschiedene Bereich des Darm unterversorgt sein. Gefäße können sich erweitern, verhärten oder Rissbildungen aufweisen. Die Wanderung der Larven dauert, eine weitere Häutung eingeschlossen, rund sechs Monate.

Bei Temperaturen unter etwa 12°C wird die Entwicklung eingestellt und erst bei höheren Temperaturen fortgesetzt. Die Palisadenwürmer sind bereits während ihrer Entwicklung sehr widerstandsfähig und können problemlos in den ersten beiden Larvenstadien überwintern.

Von allen Eiern im Kot erreichen rund 5% das dritte Stadium (Larven III) und verlassen den Kot. Diese Larven bevorzugen eine feuchte Umgebung, daher finden sie sich vermehrt an nassem Gras, allerdings auch an feuchten Wänden in Stallungen, auch im Offenstall oder Unterständen auf der Weide.

Nach dieser Zeit finden sich die Larven wieder im Dickdarm. Sie sind geschlechtsreif und ausgewachsen. Die männlichen Würmer erreichen rund 15mm Länge, die weiblichen etwa 22mm. Sie sind rotbraun gefärbt, in der becherförmigen Mundkapsel sitzen zwei Zähne.

Mit den Zähnen heften sich die Blutwürmer an die Darmwand an und beginnen damit, sich vom Blut ihres Wirtes zu ernähren.

Zu den Anzeichen, die auf einen Befall hindeuten können, zählen z.B. Inappetanz, Koliken und Entwicklungsstörungen.

Im Freien ziehen sich die Larven bei Sonneneinstrahlung in die Grasnarbe zurück, um sich vor dem Austrocknen zu schützen. In diesem Fall werden die Pferde nicht gefährdet. Allerdings suchen im Sommer Pferde tagsüber solche Stellen auf, an denen sie vor lästigen Insekten geschützt sind, und verlassen diese erst gegen Abend wieder.



Blutwurm (Kopf)

In seltenen Fällen können Larven des Blutwurms in das Zentrale Nervensystem (ZNS) gelangen und von dort vermehrt Hirnentzündungen und Lähmungserscheinungen, vornehmlich an der Hinterhand (Ataxie), auslösen.

Zu den Maßnahmen gegen den Befall gehört die regelmäßige Entwurmung mit einem geeigneten Präparat.

Und am Abend verlassen auch die Larven des Blutwurms die Grasnarbe und setzen sich auf Gräsern fest. So gelingt es dem Parasiten recht sicher, einen Wirt für sich zu finden. Auch in der kühleren Jahreszeit besteht eine Gefahr, dassauch scheinbar gefrorene Larven immens resistent und über eine lange Zeit lebensfähig sind.

Kothaufen auf der Weide sollten regelmäßig abgesammelt werden, am besten täglich. Eventuell lassen sich nasse, sumpfige Wiesen trockenlegen. Die Wiese, sofern möglich, mit wechselndem Besatz (Schafe, Rinder) nutzen. Boxen möglichst trocken halten, ggf. abdichten und 2x jährlich mit einem Dampfstrahlgerät gründlich reinigen.