Piperazin


Piperazin
Wirkstoffklasse:

Pyrazinderivate

Das Piperazin ist ein Diäthylendiamin, eine starke Base, welches in seiner reinen Form als kristallines, weißes Pulver vorkommt. Es weist einen bitteren Geschmack auf und ist in Wasser frei löslich. Kommt das Piperazin mit Wasser in Kontakt, so entsteht das Piperazin-Hexahydrat, welches in der Form weißer Kristalle auftritt.

dasses dem Piperazin zur Anwendung als Anthelminthika an Stabilität mangelt, werden zu diesem Zweck die Salze des Wirkstoffs verwendet. Alle Salze des Piperazin wirken gegen die Parasiten, ihre Wirkung hängt vom Gehalt an Piperazin-Base ab.

Die folgenden Salze kommen als Anthelminthikum zum Einsatz, in den Klammern steht der jeweilige Gehalt an Piperazin-Base:

Sulfat (45%), Chlorid (48%), Hexahydrat (44%), Adipat (38%), Zitrat (35%) und Dihydrochlorid (52%).

Der Wirkstoff wird oral verabreicht. Er verfügt über sehr gute Wirkung gegen Parasiten, insbesondere Oxyuren und Askariden. Die Anwendung gilt allgemein als sicher.

Negativ wirkt sich der Umstand aus, dass Piperazin vor allem ältere Parasiten erfaßt und in verschiedenen Stadien bzw. bei sich häutenden Larven wirkungslos ist.

Piperazin wirkt blockierend auf die neuromuskulären Bindungen der Parasiten, wodurch eine schlaffe Paralyse entsteht. Die Parasiten werden noch lebend ausgeschieden.

Es gibt keine Hinweise auf einen negativen Einfluß auf die Fortpflanzung bei Hengsten und Stuten, der Wirkstoff kann auch an tragende Stuten und Fohlen gegeben werden, hier muß jedoch die Dosis genau beachtet werden.

Bei einer Überdosierung zeigen sich vor allem neurotoxische Störungen wie Unruhe oder Apathie, Tremor, Diarrhoe, Salivation, Parese und Depression des Zentralen Nerensystems. Schwere Intoxikationen sind in der Regel irreversibel und treten mit einer gewissen Verzögerung auf.