Fenbendazol


Fenbendazol
Wirkstoffklasse:

Benzimidazole
Chemischer Name:
Methyl-5-(phenylthio)-2-benzimidazolcarbamt

In seiner reinen Form kommt Fenbendazol als ein kristallines, geruchs- und geschmacksneutrales Pulver mit weisser bis grauer Farbe vor, welches kaum wasserlöslich ist.

Der Wirkstoff wird ausschließlich oral verabreicht und erreicht eine sehr hohe Wirkung gegen Zestoden und Nematoden. bei gleichzeitig sehr guter Verträglichkeit.

Nach einer enzymatischen Reaktion im Wirtsorganismus bildet sich aus Febantel (Gruppe der Probenzimidazole) ebenfalls das Fenbebdazol, die folgenden Angaben gelten daher auch entsprechend für den Wirkstoff Febantel.

Gleiches gilt für Mebendazol und Oxibendazol, beide ebenfalls aus der Gruppe der Benzimidazole.

Den Benzimidazolen ist zueigen, dass es für einen erfolgreichen Einsatz gegen Parasiten nicht primär auf den Wirkstoffgehalt im Wirtsorganismus ankommt, sondern auf die Zeitdauer, in welcher der Wirkstoff primär im Plasma und dem Gastrointestinaltrakt verweilt. Benzimidazole wirken also gründlich, aber langsam, die Parasiten müssen ausreichend lange mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen.

Bei Pferden und allen Wiederkäuern kommt in diesem Fall die Verweildauer der aufgenommen Nahrung im Ceacum bzw. Pansen zugute.

Die Wirkungsweise der Benzimidazole ist nicht ganz einfach zu erklären und hier stark zusammengefasst:

Benzimidazole binden sich an das Tubulin in den Zellen der Parasiten. Dieses Tubulin, eine Art Eiweiß, dient in verschiedenen Formen u.a. dem Aufbau des Zytoskeletts und dem Nährstofftransport. Zwischen den einzelnen Formen des Tubulins herrscht normalerweise ein dynamisches Gleichgewicht, welches durch die Benzimidazole gestört wird.

Die Parasiten beginnen mit dem Verbrauch eigener Reserven, um diese Störungen auszugleichen, sind ihre Reserven erschöpft, sterben sie ab.

Fenbendazol (bzw. die gesamte Gruppe der Benzimidazole) gilt als sehr gut verträglich, bei Pferden wurden Gaben von weit über 200mg/kg Körpergewicht ohne Nebenwirkungen verabreicht, Dosen von knapp 50mg/kg KGW wurden ebenfalls ohne toxische Nebenwirkungen gegeben.

Als Vergiftungserscheinungen können Anorexie, Diarrhoe und Salivation auftreten, auf die Fortpflanzungsfähigkeit bei Stuten und Hengsten wurde keine negative Auswirkung beobachtet.

Der Wirkstoff gilt als nicht teratogen.

Fenbendazol wird allgemein auch von Fohlen problemlos toleriert.

Präparate mit Fenbendazol reagieren empfindlich auf zu hohe und zu tiefe Temperaturen und sollten bei Zimmertemperatur gelagert werden, angebrochene, aber fest verschlossene Tuben können bis zu einem Jahr gelagert werden, wenn nicht vom Hersteller anders angegeben.