Dichlorvos


Dichlorvos
Wirkstoffklasse:

Organophosphate, Gruppe der organischen Phosphorsäureester
Chemischer Name:
2,2-Dichlorethenyl-0,0-dimethylphosphat

Dichlorvos in reiner Form liegt als eine nur schwach in Wasser lösliche, farblose bis bernsteinfarbene Flüssigkeit vor. Gut löslich in nahezu allen organischen Lösungsmitteln. Leicht flüchtig. Als Organophosphat wird der Stoff vom Organismus abgebaut und in keiner Form gespeichert. Allerdings wirkt Dichlorvos höher akut toxisch als beispielsweise Trichlorfon.

Die Wirkung auf Ektoparasiten ist höher als die auf Endoparasiten. Bei Endoparasiten führt Dichlorvos über verschiedene Zwischenschritte zu einem Anstieg des Acetylcholinsspiegels, dieses verursacht in den neuromuskulären Synapsen der Parasiten eine Muskelrelaxation, auf welche eine spastische Paralyse folgt, der Parasit stirbt ab.

Auf Ektoparasiten, welche den Wirkstoff als Atem-, Fraß oder Kontaktgift verabreicht bekommen, wirkt Dichlorvos ähnlich. Es kommt zu Störungen bei der Übertragung neuromuskulärer Signale im Nervensystem, die eine Lähmung verursachen, wodurch der Parasit ebenfalls abstirbt.

Auf Helminthen wirkt Dichlorvos so stark, dass nach rund 24 Stunden in der Regel alle Parasiten vernichtet sind.

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung wurde bei diesem Wirkstoff keine negative Beeinträchtigung der Fortpflanzung bei Stuten und Hengsten beobachtet. Auch gelten Wirkstoffe aus dieser Gruppe generell nicht als teratogen.

Bei einem ausgewachsenen Pferd geht man davon aus, dass eine Dosis von rund 100mg/kg Körpergewicht an Dichlorvos zu Vergiftungserscheinungen führt. Wobei Pferde dazu neigen, mit Durchfall zu reagieren. Diese Diarrhoe senkt wiederum den Wirkstoffgehalt im Pferdeorganismus ab. Bleibt aber zu erwähnen, dass es auch vereinzelt Fälle gab, wo bei geschwächten oder jungen Pferden bereits rund 25mg/kg Körpergewicht zum Tod führten.

Der Tod tritt durch eine Dyspnoe ein, ausgelöst von einer Kombination aus Lähmung der Atemmuskulatur, gesteigerter Bronchosekretion und Hemmung des ZNS.

Als Antidot bei Verdacht auf eine Vergiftung (Der Tierarzt entscheidet!) bietet sich Atropin an.