Tetanus
Tetanus ist auch unter den Bezeichnungen Starrkrampf oder Wundstarrkrampf bekannt. Es handelt sich um eine Erkrankung, welche durch ein Neurotoxin hervorgerufen wird. Dieses Neurotoxin ist das Stoffwechselprodukt des anaeroben Bakteriums Clostridium tetani. Pferde gelten als sehr anfällig bei Tetanus. Das Bakterium gelangt vorzugsweise durch tiefe Verletzungen der Haut in den Körper. Finden sich für den Erreger optimale Bedingungen, in diesem Fall der Ausschluß von Sauerstoff, so beginnt das Bakterium mit der Bildung des Toxins, dem Tetanusspasmin.
Die eigentliche Bildung des Toxins erfolgt nur lokal im Bereich des Eintritts. Von dort erfolgt eine Bindung an die motorischen Nerven mit einer Verbreitung entlang dieser Nerven bis zum Rückenmark. Tetanusspasmin hemmt die normale Zirkulation von Glysin und Acetylcholin, daraus resultiert eine stark gesteigerte Erregbarkeit des Tieres.
Tetanus verfügt über eine Inkubationszeit von rund 14 Tagen und zeigt dann die typischen Krämpfe der Skelettmuskulatur, die sich nicht beeinflussen lassen. Hinzu kommen weite Nüstern und aufgestellte Ohren, allgemeine Störungen beim Gehen, Schwitzen und Vorfall des dritten Augenlides, erhöhter Puls sowie Blutstauungen der Schleimhäute. | Die Mortalität liegt bei etwa 80% der Fälle, der Tod tritt durch Atemlähmung ein. Eine Impfung gegen Tetanus ist möglich und ratsam. Die aktive Immunisierung erfolgt mit inaktiviertem Tetanustoxin (inaktiviert durch Formalin). Bei einer akuten Erkrankung ist schnellstes Handeln nötig, ein Tierarzt muss unbedingt bei Verdacht auf Tetanus hinzugezogen werden. Neben der Verabreichung des Anatoxins wird in der Regel hochdosiertes Penecillin gegeben. Die Erreger sind außerordentlich resistent gegen hohe Temperaturen und Austrocknung. Daher können ihre Sporen sehr lange in der Umwelt überdauern. Infizierte Tiere selbst können den Erreger nur über den Umweg des Verdauungstraktes weiter verbreiten, dassauch in diesem Bereich die Erreger Sporen bilden. Tetanus gilt nicht als Zoonose, wird also nicht direkt vom Tier auf den Menschen übertragen, allerdings sind Menschen auch durch Tetanus gefährdet. Eine Impfung für Menschen ist möglich, diese wird zumeist als Kombination von Diphterie und Tetanus gegeben. |
