Schlundverstopfung


Eine Schlundverstopfung wird fachlich als Ösophagusobstipation bezeichnet. In der Regel wird sie durch Abschlucken von festen, nicht ausreichend zerkleinerten Futterteilen hervorgerufen.

Diese Futterbestandteile setzen sich vorwiegend am Schlundkopf, dem Brusteingang und Zwerchfellschlitz fest. Bei großen Stücken besteht die Gefahr einer völligen Verlegung des Durchgangs. Bei kleineren Brocken kann es in der Folge zu einer Aspirationspneumonie, einer durch eingedrungene Fremdkörper verursachten Lungenentzündung kommen.

 

Liegt eine Schlundverstopfung länger als rund sechs Stunden vor, bilden sich an den betroffenen Stellen Drucknekrosen der Schleimhäute, die zur Perforation oder Narbenbildung führen.

 

Ein Pferd mit Schlundverstopfung zeigt plötzlich einsetzende Appetitlosigkeit, Unruhe und ängstlichen Blick. Das Tier versucht, den Fremdkörper herauszuwürgen, es besteht starker Speichelfluß und Hustenanfälle, in vielen Fällen auch Symptome ähnlich einer Kolik.

Bei Verdacht auf eine Schlundverstopfung muss unbedingt ein Tierarzt gerufen werden, dasses sich um einen konkreten Notfall handelt. Von dem Versuch einer Selbstbehandlung sollte abgesehen werden, dasshier häufig die Situation verschlimmert wird.

Die eigentliche Therapie besteht in der Entfernung des Fremdkörpers. Befindet sich dieser Fremdkörper im vorderen Bereich oder ist er von außen tastbar, kann er mittels beidseitiger Massage zum Maul hin befördert werden. Der Kopf wird bei dieser Vorgehensweise tief gehalten. Bei tieferliegenden Verstopfungen wird der Einsatz spezieller Sonden erforderlich, um den Fremdkörper gezielt zu greifen und zu entfernen. Die Entfernung erfolgt grundsätzlich in Richtung zum Maul.

 

Bei korrekter Behandlung liegt der Heilungserfolg ohne Folgeschäden bei über 90%.