Rotz


Als Rotz wird eine Infektionskrankheit der Equiden bezeichnet, die sich durch Bildung von Geschwüren und Knoten auf der Haut, den Schleimhäuten und innerer Organe äußert.

Rotz gilt als Zoonose, kann daher auch auf den Menschen übertragen werden. Die Erkrankung ist laut Bundesseuchenschutzgesetz meldepflichtig. Alle Tiere, bei denen sich der Verdacht auf Rotz bestätigt, müssen getötet werden. In Europa gilt Rotz seit dem letzten Jahrhundert als ausgerottet. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt heute in Asien, seltene Fälle in Afrika und dem Nahen Osten.

 

Auslöser sind die Bakterien Pseudomonas mallei, so genannte gramnegative anaerobe Stäbchen. Empfänglich für diese Erreger sind alle Equiden, wobei Esel und Maultiere sich anfälliger als Pferde zeigen.

 

Bei Pferden treten unspezifische Symptome auf. Darunter fallen Leistungsdepression, Atembeschwerden, Fieberschübe, Vergrößerung der Lymphknoten im Kehlgang.

Besondere Formen sind Lungen-, Nasen- und Hautrotz. Bei Lungenrotz kommt es zu Dyspnoe, Husten und Nasenbluten. Diese Anzeichen können auch über einen längeren Zeitraum unverändert bestehen. Nasenrotz zeigt sich durch eitrigen Nasenausfluß und der Bildung gelblich-grauer Knoten auf der Nasenschleimhaut. Der Hautrotz führt zu knotig und geschwürig veränderter Haut.

Bei chronischen Formen ist der klinische Nachweis einer Infektion nicht möglich, es besteht die Möglichkeit eines Antikörpernachweises. Die Erkrankung ist kritisch, dassdie meisten Symptome denen anderer, harmloserer Krankheiten stark ähneln und sowohl chronisch kranke als auch in der Inkubationsphase befindliche Tiere die Erreger übertragen. Die Übertragung auf den Menschen erfolg durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren.

 

Rotz war bisher einer der Hauptgewährsmängel beim Pferdekauf.