Piroplasmose


Die Piroplasmose ist eine parasitäre, von Zecken auf das Pferd übertragene Erkrankung. Die Erreger, Babesia caballi, sind Protozoen, kleine einzellige Lebewesen. Von ihnen leitet sich auch der Name Babesiose ab, der die gleiche Krankheit kennzeichnet. Protozoen durchleben zuerst mehrere Stadien ihrer Entwicklung in den Zecken und nutzen diese als Wirtstiere. Wird ein Pferd von einer solchen Zecke gebissen, gelangen die Erreger über den Speichel in den Organismus, in dem sie sich weiter entwickeln.

Die Inkubationszeit liegt bei rund drei Wochen.


Allerdings können Pferde bei einer latenten Infektion bis zu vier Jahre die Piroplasmose in sich tragen, ohne dassß die Krankheit ausbricht. In diesem Zeitraum können die Erreger durch betroffene Tiere weiter verbreitet werden.

 

Bei einem Ausbruch der Piroplasmose kommt es zu einer Parasitämie. Die Parasiten ver- mehren sich in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), diese werden als Folge durch Hämolyse zerstört. Die Prognose richtet sich primär nach der Schwere der Erythrozytenzerstörung. Neben der Hämolyse kommt es zu Vergrößerungen von Leber und Milz.

 

Eine Impfung gegen Piroplasmose ist möglich, der Impfstoff allerdings nicht in Deutschland erhältlich. Die Impfung mindert die Verlaufsform ab, verhindert aber nicht den Ausbruch.

Der erste Schub einer Piroplasmose läuft in der Regel verhalten ab. Die Erreger ziehen sich für rund zwei Wochen zurück. Beim zweiten Auftreten kommt es zu massiven Symptomen, die sich in hohem Fieber von über 40°C, blutigem Harn, erhöhter Puls- und Atemfrequenz, einer Appetitlosigkeit und trockenem Kot zeigen.

Bei schweren Formen kann unter Umständen der Tod des Tieres durch ein Lungenödem oder Schocksymptomatik in zwei Tagen nach den ersten Anzeichen eintreten.

 

Das Verbreitungsgebiet der Piroplasmose liegt vornehmlich in Südeuropa, Mittel- und Süd- amerika, Afrika und dem nahen Osten. Aber auch Deutschland sollte grundsätzlich nicht als piroplasmosefrei betrachtet werden, da auch hier schon Fälle bekannt wurden.

 

Die Diagnose mittels Blutuntersuchung und Therapie sollte einem Tierarzt überlassen werden. In der Veterinärmedizin findet u.a. eine Kombination aus Penicillin und Gentamycin bei der Behandlung Verwendung. Bei einer fortgeschrittenen Hämolyse kann auch eine Bluttransfusion erforderlich werden.