Melanome
Melanome stellen eine oft anzutreffenden Erkrankung dar. Es handelt sich um Tumore der Melonozyten. Diese Zellen bilden das Melatonin, ein dunkel färbendes Hautpigment. Wie andere Zellen auch, teilen sich die Melanozyten im Normalfall regelmäßig und geordnet. Zeigen sich die Melanome, so ist diese Ordnung aus dem Ruder gelaufen, die Melanozyten teilen sich ungeordnet in verkürzten Zeitabständen. Warum es zu diesem erhöhten Wachstum kommt, ist unklar. Gesichert ist zur Zeit, dass Melanome vererbt werden. Betroffen sind alle Rassen, wobei jedoch der mit Abstand größte Anteil (>98%) von Schimmeln gestellt wird. Man vermutet daher, dass die Vererbung der Melanome mit dem Gen der Schimmelfarbe indirekt zusammenhängt, aber dieses Gen nicht als eigentlicher Auslöser in Betracht kommt. Allerdings treten bei Schimmeln wesentlich seltener die bösartigen Formen des Melanoms auf, bei farbigen Pferden sind diese Tumore meist von Beginn an bösartig, diese Form wird als aggressiver eingestuft.
Melanome treten als dunkle (dunkelgraue, schwarz-braune, schwarze) Knoten unter der Haut auf. Im Gegensatz zu anderen Tumoren brechen Melanome nicht durch die Haut, dies unterscheidet sie beispielsweise vom equinen Sarkoid. Die Größe der Melanome schwankt stark, normal sind Durchmesser von etwas über zwei Zentimer, aber auch 20cm kommen vor. Die Tumore treten bevorzugt unterhalb der Schweifrübe und radial um den Anus auf. Daneben lassen sie sich oft in der Vagina und am Penis finden, stellenweise an unpigmetiereten Bereichen am Kopf, auch an den Lippen oder rund um die Augen, in seltenen Fällen treten sie auch im Augeninneren auf.
Entsprechend der Größe variiert bei den Melanome auch die Häufigkeit ihres Auftretens: Mitunter sind Pferde in fortgeschrittenen Stadien geradezu übersät mit diesen Tumoren, es kann auch vorkommen, dass sich nur sehr vereinzelt Melanome am Pferdekörper finden lassen. Das Risiko, dass sich Melanome bilden, steigt mit dem Alter der Tiere. Die meisten Melanome wirken nur optisch störend und verursachen dem betroffenen Pferd praktisch keine Beschwerden. Die Gefahr liegt in Bildung von Tochtergeschwulsten (Metastasen) im Körperinneren.
Diese Metastasen können auch von einem einzigen Melanom ausgehen und den gesamten Körper durchziehen. Auch gutartige Melanome, die sich über viele Jahre hinweg nicht verändert haben, können plötzlich entarten. Die Ursache für dieses Verhalten wird fast durchweg auf Reizungen des Melanoms zurückgeführt. Es wird hier vor allem von mechanischen Reizungen ausgegangen, wie beispielsweise bei Melanomen in der Sattel- und Gurtlage oder Zaumzeug, welches auf Tumore am Kopf einwirkt. | Neben diesen Reizungen können auch andere Einflüße wie z.B. eine schlechte Wundheilung oder Infektionserkrankungen zur Bildung von Metastasen führen. Die Melanome bilden anders als andere Tumore ihre Metastasen nicht über die Blutbahnen sondern verbreiten sich über die Lymphgefäße. Entlang der Lymphbahnen bilden sich bei entarteten Melanomen neue Metastasen, von denen ausgehend die Krebszellen in die Organe gelangen. Die Tochtergeschwulste zeigen sich größer als der ursprüngliche Tumor.
Allgemein führen Melanome nicht zum Tod des betroffenen Pferdes. Viele Tiere können über Jahre hinweg mit diesen Tumoren und auch den Metastasen leben. Melanome verursachen praktisch keine Beschwerden, es kann jedoch zu Komplikationen kommen, wenn z.B. die Ohrspeichel- oder Unterkieferdrüse betroffen sind: Hier können die Metastasen den Schluckreflex bzw. die Atmung behindern.
Nicht jedes Melanom mus behandelt werden, als Behandlung kommt eigentlich nur die operative Entfernung in Betracht. Hier sind Grenzen gesetzt: Aussicht auf Erfolg besteht nur bei einzelnen, sich klar abgrenzenden Melanomen, die noch nicht verwachsen sind oder bereits Metastasen gebildet haben.
Wichtig ist auch, an welcher Stelle sich die zu entfernenden Melanome befinden. So ist z.B. das Gewebe rund um die Afterregion sehr stark gespannt, es läßt sich nach der OP nur schwer vernähen und schlecht sauber halten. Ein Medikament aus der Humanmedizin findet seit einiger Zeit ebenfalls Anwendung. Cimetidin kann gegen Melanome helfen, allerdings ist ein Therapieerfolg nicht garantiert und das Medikament ist extrem kostenintensiv.
Homöopathische Therapie kann helfen, das Tumorwachstum durch Stärkung des Immunsystems und Anregung des Stoffwechsels zu verringern, die Melanome bilden sich eventuell etwas zurück, verschwinden jedoch nicht vollständig. |
