Hufrollenerkrankung


Bei einer Hufrollenerkrankung, oft auch kurz nur Hufrolle genannt, wird grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Krankheitsbildern unterschieden:

Zum einen die Podotrochlose, als chronische Form der Hufrollenerkrankung, zum weiteren die durch einen Erreger verursachte, akute Form, Podotrochlitis infectiosa genannt. Diese akute Form tritt häufig nach tiefen Verletzungen am Huf, z.B. beim Vernageln, auf. Hier wird die chronische Hufrollenerkrankung beschrieben.

 

Die Hufrolle besteht aus dem Strahlbein, dem darüber angeordneten Teil der tiefen Beugesehne und einem dazwischen liegenden Schleimbeutel. Diese drei Teile der Hufrolle gehen bei der Podotrochlose in eine stufig verlaufende Degeneration über.

 

In der Regel sind von der Podotrochlose stets beide Vorderhufe betroffen, allerdings unterschiedlich stark. Am häufigsten ist diese Erkrankung bei Reitpferden zu beobachten, bei Trabern sind auch oft die Hinterhufe befallen. Allerdings kann die Krankheit auch bei Pferden auftreten, die weder beschlagen sind noch belastet wurden.

 

Ein kurzer und flacher Gang in Verbindung mit einem starken Wendeschmerz gilt als erstes Anzeichen für die Hufrollenerkrankung. Sobald das Pferd steht, entlastet es die Vorderhufe, indem diese wechselweise nach vorne gestellt werden. Ein Tierarzt kann mit einer Lokalanästhesie die Nervenbahnen kurzzeitig betäuben. Wechselt die Lahmheit dann auf das andere Bein, oder verschwindet sie, so kann dies auf eine Hufrollenerkrankung hindeuten. Für eine sichere Diagnose ist in der Regel eine Röntgenaufnahme erforderlich.

Die eigentliche Ursache einer Podotrochlose gilt als weitgehend unbekannt. Als Auslöser betrachtet man eine Kombination verschiedener Umstände, wie Haltungsfehler, Ernährungsmängel, Stellungsfehler der Gliedmaßen und Eigenarten verschiedener Rassen. So kommt es bei männlichen Warmblütern häufiger zu einer Podotrochlose als bei anderen Pferden.

Die chronische Form der Hufrollenerkrankung ist nicht heilbar. Die Therapie dient dem Aufhalten oder Verlangsamen des Krankheitsverlaufs und einer Schmerzlinderung für das Pferd.

 

Neben einer vom Tierarzt zu entscheidenen Medikamentengabe kommt auch ein speziell angepaßter, orthopädischer Hufbeschlag in Frage, welcher das Abrollen durch Entlastung der Beugesehne erleichtert. Das Pferd sollte nicht mehr belastet werden, sondern die Behandlung durch leichte Schrittarbeit ohne enge Wendungen unterstützt werden.

 

Als letztes Mittel zur Schmerzlinderung kann ein Nervenschnitt durchgeführt werden, der in der Regel für gut drei Jahre Schmerzfreiheit bietet. Dieser Eingriff gilt mittlerweile weltweit als Doping, um sinnlose Tierquälerei in diesem Bereich zu vermeiden.