Hufabzess
Von einem Hufabzess spricht man bei einer eitrigen Entzündung der Huflederhaut. Durch eine raumfordernde Eiteransammlung zwischen der Huflederhaut und dem Hufhorn entsteht ein Druck, durch den eine schmerzbedingte Lahmheit auftritt. Prinzipiell kann ein Hufabzess durch zwei verschiedene Ursachen auftreten: Allgemein gilt das Eintreten eines Fremdkörpers als Auslöser. Viel öfter kommt jedoch ein anderer Umstand zum tragen. Teile der Lederhaut und Knorpelbestandteile, die mechanisch über einen längeren Zeitraum gequetscht und in Folge dessen von der Blutversorgung abgeschnitten werden, beginnen abzusterben. Die Kapillargefäße im Huf sind jedoch zu fein, um diese abgestorbenen Gewebereste aus dem Huf herauszuführen. Wird die Blutversorgung wieder aufgenommen, wird das tote Gewebe durch weiße Blutkörperchen vom lebenden Gewebe getrennt. Hier entsteht durch die ebenfalls absterbenden weißen Blutkörperchen der Eiterherd.
Dieses Erscheinungsbild tritt sehr häufig auf, wenn ein beschlagenens Pferd auf Barfuß umgestellt wird. | Der Trachtenbereich steht beim Auftreten eines Hufabzess an vorderer Stelle. Auch an Ballen, Strahl- oder der seitlichen Strahlspitze kann sich ein Abzess bilden. Die Behandlung sollte dem Tierarzt oder einem erfahrenen Hufschmied übertragen werden. Optimal für das Pferd ist eine Öffnung der betroffenen Stelle, damit der Eiter abfließen kann. Dieser Zugang läßt sich allerdings nur herstellen, wenn der Hufabzess nicht zu tief sitzt. In einem solchen Fall wird allgemein abgewartet, bis der Eiterherd von allein am Kronenrand durchbricht. Nachteilig wirkt sich aus, dass die Schmerzen für das Pferd beständig ansteigen, bis der Druck vom Entzündungsherd entweicht. |
