Headshaking
Das Headshaking ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die bislang noch nicht vollständig erforscht ist. Headshaking ist saisonbedingt und tritt bei den meisten Pferden in den Frühjahrs- und Sommermonaten auf. Das Pferd beginnt mit dem Kopf zu schlagen, was die Arbeit mit ihm schier unmöglich macht. Laut Literaturquellen ist das Headshaking schon seit 1809 bekannt. Charakteristisch für Headshaking sind: Plötzliches, reflexartiges Auf- und Abschlagen des Kopfes; Niesen oder Schnauben, als würde ein Fremdkörper in der Nase stecken; Reiben der Nase an den Beinen, als wollten die Pferde etwas von den Nüstern abwischen; Saisonales Auftreten in Frühjahrs- und Sommermonaten mit zunehmender Tageslichtlänge; Vermehrte Symptome bei grellem Sonnenlicht und Wärme; Zunahme bei Arbeit und Stress; Überempfindlichkeit bei Pollenflug und vielen Insekten; Versuche direktes Sonnenlicht zu vermeiden, sofern die Möglichkeit besteht. Bislang konnte diese Krankheit meist nicht erfolgreich behandelt werden, dasskeine Ursache für das Kopfschlagen erkennbar war.
Vermutliche Erkrankungen waren: Ohrmilben; Pilzinfektion des Luftsackes; Erkrankungen der Kopfnerven; Mittelohrentzündungen; Gefäßstörungen in den Nasengängen; Frei bewegliche Traubenkörner an der Iris des Auges; Gebißfehler; Fehlerhaftes Zaumzeug; Fehler des Reiters bzw. eine ungeschickte Hand. Weitere diagnostizierte Ursachen sind Absprengfrakturen am 2. Halswirbel, Genickbeulen oder Wolfszähne. Allerdings können diese Erkrankungen nur in äußerst seltenen Außnahmefällen nachgewiesen werden. | An der Universität Davis in Kalifornien haben neuste Forschungen Licht als in den meisten Fällen zutreffende Ursache herausgefunden. Es wird als das sog. " photoic headshaking " bezeichnet. Man vermutet, dass die Pferde durch Kopfschlagen und Abwischen der Nüstern ein juckendes Gefühl in der Nase beseitigen wollen. Allerdings lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, ob die Pferde Schmerzen empfinden, oder ob das ganze schmerzfrei vonstatten geht. Sicher ist jedoch, dass dieReizschwelle der betroffenen Pferde herabgesetzt ist und sie somit auf normal geduldete Reize heftiger und stärker reagieren als andere Pferde.
Die Forschung zieht Herpesinfektionen mit EHV-1 Viren als eventuelle Ursache in Erwägung. Diese Viren werden bei Stress und/ oder zunehmender Wärme durch Arbeit oder Umgebungstemperatur aktiv und führen zu einer erhöhten Reizbarkeit. Für das saisonbedingte Auftreten der Krankheit verantwortlich ist das von der Hirnhangdrüse abhängig vomTageslicht produzierte Melantonin. |
