Augenentzündung
Bei der periodischen Augenentzündung handelt es sich um eine stetig wiederkehrende Entzündung der Uvea. Die Uvea besteht aus der Iris, des Ziliarkörpers und der Aderhaut. Es leitet sich hier der medizinische Fachbegriff equine rezidivierende Uveitis, kurz ERU, ab. Die periodische Augenentzündung stellte einen der Gewährsmängel beim Pferdekauf dar. Für den Laien sind die Symptome der ERU nicht von denen anderer Erkrankungen am Auge zu unterscheiden, dies gilt speziell für den Fall des ersten Auftretens. Zudem besteht bei der ERU die Gefahr der Erblindung, wenn die Anfälle vermehrt auftreten.
Frühe Zeichen einer Infektion sind Tränenfluß, eine ausgeprägte Lichtscheue, Lidkrämpfe und erhöhte Temperatur der Augenlider. Die Symptome steigern sich bis etwa zum fünften Tag, die ERU erreicht nun ihren Höhepunkt. Die Iris hellt sich durch in der Entzündungsflüssigkeit enthaltenes Fibrin auf, ihre normalerweise klar abgegrenzten Umrisse verschwimmen. Die gelbliche Entzündungsflüssigkeit läßt sich am Boden der Augenvorderkammer erkennen und die Pupillen sind verengt. Es kommt zu leichtem Fieber, Appetitlosigkeit und stark eingeschränktem Allgemeinbefinden des Pferdes.
Hat die ERU diesen Höhepunkt überschritten, so klingen ihre Symptome langsam ab. Nach rund zehn Tagen ist eine Infektion nur noch für den Tierarzt zu erkennen. | Nach der ersten Infektion tritt in der Regel innerhalb der folgenden ein bis zwei Monaten die ERU erneut auf. Der zweiten Erkrankung folgen nun immer weitere, wobei jedoch die anfallsfreie Zeit zwischen den Infektionen immer größer wird. Durch die fortschreitene Schädigung der Netzhaut und des Sehnervs in Verbindung mit einer Trübung der Linse führt die ERU mit der Zeit zur Erblindung des Auges. Nach neueren Forschungsergebnissen existiert bei der ERU ein direkter Zusammenhang mit einer Infektion durch Leptospiren, einer spiralförmigen Bakterienart. Diese Leptospiren setzen sich während der anfallsfreien Zeit im Glaskörper fest und verursachen in den oben aufgeführten Abständen die ERU.
Bei Verdacht auf eine ERU sollte immer ein Tierarzt zur Diagnose und Therapie befragt werden. Bei der Therapie kommen Antibiotika, schmerzlindernde und entzündungshemmende Mittel zum Einsatz. Recht neu ist ein chirurgischer Eingriff am Auge, bei welchem der Teil des Glaskörpers entfernt wird, in dem sich die Leptospiren festsetzen. Diese Therapieform, meist nach dem zweiten Anfall angewendet, verfügt über hohe Heilungschancen, setzt aber modernste Medizintechnik und erfahrenes Personal voraus. |
