Arthrose
Die Arthrose ist ein chronische Gelenkentzündung unterschiedlicher Ursache in Verbindung mit Gewebeveränderungen. Sie zählt zu den degenerativen Erkrankungen, also Erkrankungen mit strukturellen oder funktionellen Abweichungen von der Norm im Sinne einer Funktionsminderung. Arthrose ist unheilbar. Als Auslöser einer Arthrose können alle entzündlich verlaufenden Gelenkerkrankungen auftreten, wie etwa die Arthritis oder auch Entzündungen nach einer offenen Gelenkverletzung. Auch häüfige Überbelastungen der Gelenke führen zu Störungen im Stoffwechsel des Gelenkkorpels. Hier sind einige Reitstile häufiger betroffen, etwa beim Wettkampf von Western-Pferden (Cutting!), ebenso einge Rassen, wie zum Beispiel das Tennesse- Walking Horse, bei welchem durch die gewünschte, hohe Knieaktion ein größeres Gewicht auf die Hinterbeine wirkt.
Hinzu kommen auch angeborene oder später erworbene Fehlstellungen, Störungen bei der Entwicklung des Skeletts, unsachgemäße Haltung oer Nutung des Pferdes, falsche oder fehlende Hufpflege und anderes mehr.
Eine Arthrose wird in der Regel erst in einem fortgeschrittenen Stadium vom Pferdehalter bemerkt, zumeist als ständig wiederkehrende, wechselhafte Lahmheit unterschiedlicher Schwere. In den meisten Fällen zeigen die Tiere keine sicht- oder fühlbaren Veränderungen an den betroffenen Gelenken.
Die Diagose einer Arthrose ist aufwändig. Unter Umständen müssen neben den regulären Lahmheitsuntersuchungen wie etwa Vorführen und Vorreiten des Pferdes oder Provoka- tionsprobe noch zusätzliche Untersuchungen wie etwa Gelenkdruckmessung oder erweiterte Röntgen- und Ulraschalldiagnosen erstellt werden. In besonders schwierigen Fällen kann auch unter Vollnarkose eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) herangezogen werden, um ein genaues Bild über das Ausmaß der Gelenkzerstörung zu erhalten. | Die Arthrose ist nicht heilbar. Die Therapie zielt darauf hin, ein Fortschreiten der Degeneration des Gelenks zu verlangsamen oder zu stoppen und das Pferd im lahm- und schmerzfreien Zustand nutzen zu können. Zu diesen Therapiemassnahmen gehört die Regeneration des Gelenkstoffwechsels und eine möglichst weitgehende Schonung des Gelenks. Eine gängige Anwendung zur Regeneration des Gelenkstoffwechsels ist die Injekton von Hyaluronsäure in das Gelenk. Hyaluronsäure ist ein Bestandteil der Gelenkschmiere (Synovia).
Je nach Lage der Arthrose kann ein orthopädischer Hufbeschlag von Nutzem sein. In Verbindung mit einem kontrolliertem Bewegungstrainig lassen sich betroffene Tiere zumeist noch in einer lahmfreien Gangart, in der Regel Schritt, bewegen. Während des Aufenthalts im Stall können Wärme- oder Kälteapplikationen im Bereich der Gelenke eine positive Wirkung haben.
Der Einsatz von entzündungshemmenden Schmerzmitteln oder cortisonhaltigen Präparaten bietet sich an, sollte jedoch vom Tierarzt genau abgewägt werden, inbesondere bei Schmerzmitteln nach längerer Behand- lungsdauer Nebenwirkungen zu erwarten sind. In weiter fortgeshrittenen Stadien der Arthrose zeigen solche Medikamente in der Regel keine Wirkung mehr. Es besteht dann die Gefahr, dass die Gelenke massiv überlastet werden (durch die Schmerzmittel bedingt) und eine Degeneration nur forciert wird. |
