Arthritis
Arthritis (Gelenkentzündung) ist ein Oberbegriff für eine Reihe verschiedener, entzündlich verlaufender Gelenkerkrankungen. Sie wird auch als sterile Gelenkentzündung als Folge gedeckter Verletzungen bezeichnet. Auslöser gedeckter Gelenkverletzungen ist ein ein- oder mehrmaliges Trauma (den Organismus schädigende Einwirkung), welches je nach Schwere der Gelenkschädigung zu Lahmheiten unterschiedlicher Grade führen kann.
Bekannte Traumen, welche zu einer Arthritis führen können, sind beispielsweise Verrenkungen (Luxation, anhaltende Lage- veränderung der Gelenkflächen), Verstauchung (Distorsion, kurzfristige Lageveränderung der Gelenkflächen) und Quetschungen (Kontusion, bedingt durch Schlag, Aufprall, Stoß oder Verkantung).
Abhängig von der Stärke und Art dieser Einwirkungen bildet sich die Entzündung akut (plötzlich einsetzend) im Bereich der Innen- auskleidung der Gelenkkapsel. Als klinisches Symptom zeigt sich eine vermehrte Füllung des Gelenksacks. Durch das erhöhte Volumen steigt der Druck innerhalb des Gelenks an, es kommt zu einer schmerzhaften Dehnung der umgebenden Gelenkkapsel. Die Symptome Lahmheit und Schmerzreaktion sind abhängig vom Ausmaß dieser Dehnung. Bei Quetschungen oder Überdehung einer Gelenk- kapsel bzw. der umliegenden Bänder können sich zudem Schwellungen durch Ansammlung von Flüssigkeit und Blut in den betroffenen Gewebeteilen bilden.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu Schäden am Gelenkknorpel (Aufrauhung der Oberflächen, verstärkte Abnutzung), ausgelöst duch die entzündlich (oder blutig) veränderte Gelenkschmiere (Synovia). Eine akute Entzündung im Bereich des Weichteilgewebes der Gelenke geht häufig in eine chronische Form (Gelenksgalle) über. Gestauchte oder gequetschte Gelenke bleiben anfällig für erneute Verletzungen.
Die größte Gefahr besteht in einem Übergang der Arthritis in eine Arthrose, insbesondere dann, wenn die Arhritis nicht konsequent therapiert wurde. | Eine Arthritis sollte immer von einem Tierarzt diagnostiziert und therapiert werden, um die Risiken von Folgeschäden zu minimieren. Bei der Therapie ist Schonung des betroffenen Gelenks oberstes Gebot, in der Regel heißt das rund 14 Tage Boxenruhe für das Pferd.
Die eigentliche Behandlung erfolgt als lokale (auf das betroffene Gelenk bezogene) Verbandbehandlung. Ein dicker, gut gepolsteter Verband soll hier weitere Flüssigkeitsansammlung und mögliche Nachblutungen verhindern, das Gelenk in seiner Bewegung einschränken und so Schmerzen lindern.
Je nach Schwere der Arthritis werden zusätzlich entzündungshemmende Schmerzmittel entweder allgemein oral verabreicht oder direkt lokal in das Gelenk gespritzt. Die Gabe von Medikamenten erfolgt nach der eindeutigen Diagnose, zu welcher im Zweifelsfall auch eine Röntgenuntersuchung zum Ausschluss möglicher Komplikationen durchgeführt wird.
Bei kompliziert gelagerten Verrenkungen oder Verstauchungen kann eine Einweisung in die Klinik erforderlich sein. Blutige Gelenkergüsse werden bei länger andauernden Schmerzzuständen punktiert, um den Druck zu entlasten. Bei massver Gelenkverlezung wird evtl. ein chirurgischer Eingriff erforderlich, um die Gelenkstellung oder umgebende Weichteile wieder herzustellen.
Auch nach Abschluß der Behandlung einer Arthritis darf das Pferd nicht sofort wieder belastet werden, auch nicht kontroliertes Laufenlassen (Weidegang) sollte vermieden werden. Empfehlenswert ist hier immer eine Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt. |
