Spurenelemente
Unter Spurenelementen versteht man Mineralstoffe, die im Organismus in Mengen von weniger als 0,015g vorkommen. Trotz dieser sehr geringen Menge spielen die Spurenelemente ein wichtige Rolle im Bereich des Stoffwechsels. Zu den wichtigsten Spurenelementen bei einem Pferd zählen Eisen, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Selen und Zink. Der Körper kann Spurenelemente nicht selbstständig bilden und ist lebensnotwendig auf eine Zufuhr von außen angewiesen. Man spricht hier von essentiellen Spurenelementen. In der Regel wird durch eine ausgewogene Fütterung eine ausreichende Versorgung gewährleistet. Bei normaler Belastung und angepasster Fütterung sind Störungen in der Versorgung mit Spurenelementen eher selten. Mangel an Spurenelementen ist allgemein nur schwer zu bestimmen. Im Verdachtsfall kann eine Blutanalyse helfen. Eisen (Ferrum, Fe) stellt ein metallisches Element mit der Ordnungszahl 26 und einem Atomgewicht von 55,847 dar. Am häufigsten treten 2wertige Eisenverbindungen auf, diese sind u.a. im Magen resorbierbar und wirken als Reduktionsmittel. Eisenverbindungen wirken maßgeblich an Oxidationsabläufen innerhalb der Zellen mit. Hinzu kommen die Speicherung von Sauerstoff im Myoglobin und sein Transport im Hämoglobin. Der Versorgung mit Eisen sollte insbesondere nach Verletzungen mit hohem Blutverlust und bei Sport- und Leistungspferden verstärkt Beachtung finden. Die Gabe zusätzlichen Eisens wirkt sich hier allgemein positiv aus. Ebenfalls bei Parasitenbefall, z.B. Würmern, ist die zusätzliche Gabe von Eisen angezeigt. Jod (Iod(ium), I bzw. J) ist als Nichtmetall ein Element der Halogengruppe mit der Ordnungszahl 53 und einem Atomgewicht von 126,9044. Häufigste Erscheinungsform ist 1wertig. Hauptaufgabe von Jod ist der Aufbau von Schilddrüsenhormonen. Bei Jodmangel kann es zur Kropfbildung oder verminderter Milchleistung kommen. Bei Fohlen zeigt sich in diesem Fall eine Lebensschwäche. Diese Symptome zeigen sich allerdings auch bei einer Überversorgung mit Jod, dasshier ebenfalls die Aufnahme in den Schilddrüsen vermindert ist. Zumeist tritt Jodmangel in küstenfernen Regionen auf. Jodhaltig sind z.B. Futtermittel aus Algenmehl und jodiertes Viehsalz. Kobalt (Cobaltum, Co) ist ein Schwermetall aus der Eisengruppe mit der Ordnungszahl 27. Das Atomgewicht liegt bei 58,9322. Im Darm dient Kobalt der Biosynthese von Vitamin B12 und wirkt bei bei verschiedenen Enzymreaktionen mit. Als Spurenelement essentiell, also lebensnotwendig, wirkt das Verschlucken oder Einatmen von verschiedenen Kobaltverbindungen toxisch. | Kupfer (Cuprum, Cu) ist ein Schwer- Halbedelmetall der Ordnungszahl 29 mit einem Atomgewicht von 63,546. Es kommt 1-, 2- und 3wertig vor. Ähnlich dem Kobalt ist auch Kupfer essentiell, Kupferverbindungen sind in der Regel toxisch. Die wichtigten Wirkungen liegen im Aufbau von Knochensubstanz und der Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten). Kupfer ist ein wesentlicher Bestandteil vieler Enzyme. Ein Mangel kann bei trächtigen Stuten zu einer verringerten Speicherung dieses Elements in der Leber des ungeborenen Fohlens führen. Wachstumsstörungen bei Jungpferden können evtl. auch auf einen Mangel an Kupfer zurückgeführt werden. Die Toleranz ist bei Kupfer extrem klein, bereits eine geringe Überversogung kann negative gesundheitliche Folgen haben. Mangan (Mn) ist ein Element aus der Gruppe der Schwermetalle mit Ordnungszahl 25 und einem Atomgewicht von 54,983. Am häufigsten kommt Mangan in den 2-, 4- und 7wertigen Formen vor. Die Resorption erfolgt im Verdauungstrakt, Wirkungen zeigen sich bei Stuten im Bereich der Geschlechtsorgane und Stoffwechselstörungen innerhalb der Knochen. Ein Mangel tritt z.B. bei Weiden mit zu stark gekalkten Böden auf. Durch den Kalk steigt hier der pH-Wert im Boden an. Ähnlich wie bei Kupfer besteht auch bei Mangan die Gefahr einer Überdosierung, die Toleranz ist allerdings höher. Bei zu großem Angebot an Mangan kann der Stoffwechsel, insbesondere von Eisen, gestört werden. Bei Stuten wird die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Selen (Selenium, Se) ist ein Halbmetallelement der Ordnungszahl 34 und einem Atomgweicht von 78,96. Es kommt 2-, 4- und 6wertig vor. Es wirkt bei der Bildung diverser Enzyme mit und erhöht die Immunabwehr. Mangel an Selen wirkt sich vor allem in Verbindung mit einer Unterversorgung an Vitamin E negativ aus. Als Folge kommt es unter Umständen zu Muskeldegenerationen. Diese zeigen sich bei Saugfohlen in deu lichen Saugschwierigkeiten. Bei Mangel von beiden Stoffen sollte vornehmlich das Vitamin E verstärkt zugeführt werden. Selen besitzt eine geringe Toleranz, ein Überangebot kann sich schädlich auswirken. Zink (Zincum, Zn) ist ein 2wertiges, unedles Schwermetall mit der Ordnungszahl 30 und dem Atomgewicht 65,37. Es beeinflußt eine Reihe verschiedener Stoffwechsel, darunter z.B. Kohlenhydrat-, Protein- und Hormonstoffwechsel, hinzu kommt u.a. auch die Regulierung des Säure-, Basen- und Enzymhaushalts. Mangelerscheinungen wirken sich bei Pferden primär in Störungen der Haut aus. Kommt es beispielsweise häufiger zu Mauke, kann ein Zinkmangel vorliegen. |
