Silagen
Unter Silage versteht man durch Gärung konservierte, sehr hochwertige Grünfutter. Das Ausgangsmaterial wird in einem Silo von der Aussenluft getrennt. Durch diesen Sauerstoffausschluss beginnt eine starke Vermehrung von Milchsäurebakterien, welche den Zuckeranteil der Pflanzen in einem Gärprozess in Milchsäure wandeln. Durch den entstehenden ph-Wert von unter 4 können keine Fäulniserreger entstehen. Bei voranschreitender Gärung wird das Klima auch für die Milchsäurebakterien zu sauer, in Folge dessen kommt die Gärung zum Stillstand. Silierte Futtermittel sind im Silo lange Zeit haltbar.
Die optimale Grassilage sollte über eine Trockensubstanz mindestens 35% verfügen. Liegt eine gute Qualität vor, so verfügen 1000g Silage über eine Trockensubstanz von 500g, der Rohfasergehalt liegt zwischen 160g und 180g, das verdauliche Eiweiß erreicht rund 50g, Kalzium knapp 2g und Phosphor ca. 1,3g. Der Energiegehalt in der Frischsubstanz liegt bei 5,4MJ / kg, in der Trockenmasse bei über 10MJ / kg. Im Gegensatz zu Heu erhält sich auch bei längerer Lagerung der Gehalt an Beta-Carotin von etwa 30mg/kg.
Insbesondere bei dieser Silage haben sich die umfolten Rundballen durchgesetzt, bei denen die Gärung innerhalb der Folie stattfindet. Diese bieten unter Anderem den Vorzug, dass sie sich relativ einfach lagern lassen. Auch kann der Schnitt von kleineren Wiesen gut siliert werden. Bei Folienballen muss darauf geachtet werden, dass die Folie nicht beschädigt wird, die Lagerdauer sollte etwa 10 Monate nicht übersteigen, dassansonsten Schäden an der Folie auftreten können, die durch UV-Einstrahlung (Sonne) noch begünstigt werden. Angebrochene Ballen sind nur begrenzt haltbar, an warmen Tagen oder im feuchten Stall durchschnittlich nur 2 Tage. Es ist grundsätzlich zu empfehlen, dass die Silage nach der Öffnung des Ballens und vor der Fütterung genau geprüft wird, um z.B. Schimmelpilzbefall zu erkennen. Durch Gärung erwärmte Silage darf nicht verfüttert werden. | Die Maissilage stellt einen guten Energieträger dar und wird von Pferden aufgrund ihres Geschmacks gern angenommen. Die Trockensubstanz liegt bei etwa 50% einer vergleichbaren Menge Grassilage, der Rohfaseranteil bei rund 60g / kg. Das verdauliche Eiweiß erreicht 15g / kg, Phosphor und Kalzium liegen unter 1g / kg. In der Trockensubstanz liegt der Energie- gehalt höher als bei Grassilage, bei über 11 MJ / kg. Allerdings wird ein Ausgleich des Gehalts an Natrium und Beta-Karotin sowie Kalzium über entsprechende Futtermittel erforderlich. Wird häufiger Maissilage gegeben, muss eine dementsprechende Menge Heu und Kraftfutter vom Speiseplan abgezogen werden, um eine Verfettung der Tiere zu verhindern:
Der Corn-Cob-Mix ist eine amerikanische Bezeichnung für eine Silage, welche aus einem Mais-Spindel-Gemisch gewonnen wird. Das heisst, es wird der ganze Maiskolben verwendet, der zuvor mit dem Pflückdrescher geerntet wurde. Diese Verfahren besitzt den Vorteil, dass auch noch nicht ausgereifter Mais mit hohem Wassergehalt verarbeitet werden kann. Corn-Cob- Mix war ursprünglich nur als vollwertiges Grundfutter in der Rinder- und Schweinemast zu finden. Der Mix besitzt einen hohen Trockensubstanzanteil von bis zu 60% bei geringem Rohfaser- und Eiweißgehalt. Das Kazium- Phosphor-Verhältnis ist ungünstig, es liegt im Schnitt bei 0,5:1. Der Energiegehalt entspricht in etwa dem von Körnermais. Bei einer Fütterung sollte nicht mehr als gut 1,5kg Corn-Cob-Mix bei einem Großpferd gegeben werden. Handelt es sich um eine gute Qualität und wird zusätlich Heu oder Stroh gefüttert, rechnet man mit rund 1kg Corn-Cob-Mix je 100kg Körpergewicht. Rübenblattsilage ist eher eine Ausnahme in der Pferdefütterung. Sie sollte nur in seltenen Fällen verfüttert werden, wobei eine Futtermenge von etwa 10kg am Tag nicht zu überschreiten ist. Je nach Boden und Düngung kann es in den Rübenblättern zu einem hohen Nitratgehalt kommen, zudem sind Rübenblattsilagen häufig mit Sand versetzt. |


