Rauhfutter


Als Rauhfutter kommen Heu und Stroh in der Pferdefütterung zum Einsatz, wobei Heu als höherwertig anzusehen ist.

Optimales Heu für die Pferdefütterung zu gewinnen ist nicht gerade einfach. Der Wassergehalt beim Einfahren und anschließenden Bodentrocknung sollte unter 20% liegen, bei Regen können Inhaltsstoffe, insbesondere Kohlenhydrate und Minaralien, ausgewaschen werden. Auch zu gutes Wetter kann dem Heu schaden, einige Inhaltsstoffe werden dann veratmet.

Frisches Heu muss unmittelbar nach dem Einfahren für mindestens acht Wochen in Ruhe lagern. In dieser Zeit liegt die so genannte Schwitzphase. Hier nimmt unter Anderem die Verdaulichkeit zu und der Gehalt einiger Giftstoffe verringert sich. Magen- und Darmstörungen können auf ungenügend gelagertes Heu zurückgeführt werden.

Ein guter Zeitpunkt für die Heuernte liegt nach der Grasblüte, dasshier Rohfaseranteil, Masse und Kalziumgehalt hoch liegen und nur unwesentlich weniger Eiweiß- und Energiegehalt zu erwarten sind. Heu für Pferde wird allgemein später geschnitten als Heu für die Rinderfütterung.

Heu von guter Qualität duftet aromatisch, von Heu, welches muffig, faulig oder verbrannt riecht, sollte man die Finger lassen.Bei sichbarem Befall mit Schimmelpilzen oder Verunreinigungen mit Erde und Staub darf das Heu nicht verfüttert werden. Heu, das sich beim greifen klamm anfühlt, enthält mehr als 20% Wasser und ist ebenfalls nicht geeignet, dassdie Lagerung zu feucht war oder die Schwitzphase noch nicht beendet wurde. Auch sollte darauf geachtet werden, dass sich keine Giftpflanzen oder Bestandteile davon im Heu finden.

1000g gutes Wiesenheu nach dem ersten Schnitt verfügt über eine Trockensubstanz von rund 850g, der hohe Rohfaseranteil liegt bei über 300g, das verdauliche Eiweiß bei etwa 45g und der Energiegehalt bei knapp 7MJ in der Frisch- und gut 8MJ in der Trockensubstanz.

Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis von 1,5:1 wird bei gutem Heu erreicht oder sogar überschritten, im Schnitt liegt der Kalziumgehalt bei 5,5g / kg und der Phosphorgehalt bei 2,2 g / kg.

Pferde ohne Arbeitsleistung dürfen Heu bis zur Sättigung fressen. Ansonsten geht man bei normalgewichtigen Tieren von rund 1kg Heu je 100kg Körpergewicht aus, bei Untergewicht bis zu 1,5kg je 100kg.

Stauballergien, die auf Futtermitteln beruhen, kann man bei Heu begegnen, indem nur vollkommen trockenes Heu verpreßt wird. Heu kann auch vor der Fütterung für gut eine Stunde in Wasser eingeweicht werden, es kann sich hierbei auch um eine 0,1% NaCl-Lösung handeln. Anschließend gut abtropfen lassen.

Stroh als Futtermittel liegt beim Energiegehalt bis zu 30% unter dem von Heu. Der Eiweißgehalt ist praktisch zu vernachlässigen, fast gleich bei beiden sind dagegen Kalzium- und Phosphorgehalt.

Hinsichtlich der Qualität gelten die gleichen Voraussetzungen wie beim Heu.

Zur Aufnahme eignet sich Stroh aus Hafer oder Weizen besser als solches aus Roggen oder Gerste. Vorteilhaft wikt sich die vom Pferd geforderte Kautätigkeit beim fressen von Stroh aus, diese stellt zudem eine nicht zu vernachlässigende Beschäftigung des Tieres dar und kann unter Umständen gegen Stereotypien wie etwa dem Koppen hilfreich sein.

Bei Strohfütterung gilt allgemein eine obere Grenze von rund 4kg am Tag, die auch nicht auf einmal gegeben werden sollte. Bedingt durch sein sperriges Volumen und den hohen Rohfaseranteil bei niedrigem Eiweißgehalt kann es bei größeren Mengen in kurzer Zeit zu Problemen im Bereich des Dickdarms kommen.