Mineralstoffe


Mineralstoffe sind chemische Elemente oder Verbindungen, die im Organismus an verschiedenen Stoffwechselvorgängen und dem Aufbau des Körpers beteiligt sind. Liegt das Vorkommen eines Mineralstoffes im Körper unterhalb von 0,015g, so spricht man von Spurenelementen, die weiteren, auf dieser Seite aufgeführten Mineralstoffe werden analog dazu auch als Mengenelemente bezeichnet.

Einige Mineralstoffe wie zum Beispiel Calcium und Phosphor stehen in einer direkten Wechselbeziehung zueinander. Ferner besteht in vielen Fällen ebenfalls eine Beziehung von Mineralstoffen und Vitaminen. So kann sich bei ungünstigen Umständen sowohl eine Überversorgung als auch ein Mangel negativ auswirken.

Bei allen Mineralstoffen ist zu beachten, dass diese nicht vom Organismus gebildet werden können und daher von aussen zugeführt werden müssen.

Kalium (K, auch Potassium genannt) ist ein einwertiges Alkalimetall der Ordnungszahl 19 und einem Atomgewicht von 39,098. Es kommt in vielen Pflanzen vor.

Die Aufnahme erfolgt im oberen Dünndarm. Kalium wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden, lediglich etwa 5% verlassen den Organismus zum Beispiel über Schweiß.

Der Mineralstoff wirkt bei der Osmolarität der Zellen, der Nerven- und Muskelarbeit, der Hydration und bei Enzymreaktionen mit. Innerhalb der Zellen kommt ihm die wichtige Aufgabe zu, als Kation die Elektronneutralität zu gewährleisten.

In der Regel ist die Kaliumversorgung durch die Fütterung ausreichend gewährleistet. Bei hoher Beanspruchung kann es durch verstärktes Schwitzen unter Umständen zum Mangel kommen. Ein akuter Mangel führt evtl. zum Kreislaufversagen, besteht der Mangel länger, kann es zu Koliken durch eingedickten Mageninhalt kommen.

Die Kaliumversorgung kann z.B. mittels melassierter Futtermittel oder (Mineral-) Lecksteinen angehoben werden.

Kalzium (Calcium, Ca) ist ein zweiwertiges Erdalkalimetall mit der Ordnungszahl 20 und einem Atomgewicht von 40,18. Es reagiert sehr heftig Halogenen, Wasser und Sauerstoff.

Phosphor (P) ist ein nichtmetallisches Element der Ordnungszahl 15 und einem Atomgewicht von 30,9738. Am häufigsten kommen die 3- und 5wertigen Formen vor.

Beide Mineralstoffe sind vorwiegend in der Knochensubstanz eingelagert. Sie beeinflussen den Stoffwechsel in der Muskulatur, die Reizleitung in den Nervenbahnen und die Blutgerinnung.

Wichtig bei Pferden ist ein optimals Verhältnis von Kalzium zu Phosphor. Dieses liegt im günstigsten Fall bei etwa 1,5 bis 2 zu 1 (Ca : P).

Problematisch sind Verhältnisse von kleiner 1,5 : 1. Hier beginnt eine verstärkte Ausschleusung der Mineralstoffe aus der Knochensubstanz. In der Regel enthalten Futterrationen meist einen zu hohen Phosphorgehalt. Ein Ausgleich durch Gabe von Kalzium birgt allerdings das Risiko, dass hier der Grundbedarf an Kalzium überschritten wird und es in Folge zu einer schlechteren Nutzung von Phosphor, Eisen, Magnesium und Zink im Organismus des Tieres.

Ungünstige Ca:P- Verhältnisse finden sich beispielsweise in Gerste, Hafer, Mais und auch auf überdüngten Weiden.

Magnesium (Mg) ist ein Leichtmetall aus der Erdalkaligruppe. Es trägt die Ordnungszahl 24 und verfügt über ein Atomgewicht von 24,306. Das brennbare Element kommt 2wertig z.B. in Pflanzen (als Chlorophyll) und Quellwasser vor.

Ähnlich wie Kalzium und Phosphor zählt auch Magnesium zu den unabdingbaren Bioelementen (auch bei Menschen). Ein große Anzahl verschiedener Enzymreaktionen ist auf Magnesium angewiesen. Von der physiologischen Seite her tritt Magnesium als Kalziumantagonist auf.

Die Versorgung mit diesem Element ist in der Regel bei normaler Fütterung ausreichend gewährleistet. Ein Mangel zeigt sich zumeist durch eine zunehmende Nervosität des betroffenen Tieres.

Natrium (Na) ist ein Alkalimetall der Ordnungszahl 11 und einem Atomgewicht von 22,9898. Das Leichtmetall-Element reagiert heftig mit Wasser und Sauerstoff.

Im Gegensatz zum Kalium ist die Versorgung mit diesem wichtigen Bioelements, das bis zu 0,15% des Körpergewichts ausmacht, in der Regel nicht ausreichend. Dies liegt unter anderem daran, dass Futtermittel gezielt mit einem geringen Natriumgehalt produziert werden.

Dieser geringe Natriumgehalt wirkt sich im allgemeinen vornehmlich bei Leistungspferden negativ aus, dassdiese über Schweiß stärker Natrium ausscheiden. Gleiches gilt für Stuten mit säugenden Fohlen, Natrium geht in die Milch über und wird so der Stute entzogen.

Von der Wirkung her ähnelt Natrium dem Kalium. Bei einem Mangel kann es ebenfalls zum Kreislaufversagen und Koliken kommen. Bei einem zu hohen Natriumspiegel kann es zu Durchfällen und einem nervösen Erscheinungsbild kommen.