Gangarten
Die Anatomie der Pferde hat grundlegend ihre Bewegungsfähigkeit mit geprägt. Die Proportionen des Körperbaus sind von den Nüstern bis hin zum Schweif ausgewogen, mit dem Ziel einer Erhaltung des Gleichgewichts in der freien Bewegung. Die Befähigung zur schnellen Fortbewegung zeigt sich auch an den langen, sehnigen Beinen und den im Verhältnis zum Körper kleinen Hufen. Im Gegensatz zum Menschen, der nur über eine einzige Grundgangart verfügt, beherrschen die Pferde mehrere Gangarten. Diese Gangarten, speziell die so genannten Grundgangarten haben sich im Laufe der Evolution gebildet. Von den mindestens 12 bekannten Gangarten werden nur drei als Grundgangarten bezeichnet: Schritt, Trab und Galopp. Mitunter wird bei diesen Grundgangarten auch noch der Pass eingegliedert. Alle anderen Gangarten lassen sich als Variationen auf diese Grundgangarten zurückführen, sei es zum Beispiel der Single-Foot, Fox-Trot, Amble oder andere. Die meisten dieser Gangarten können im Grunde nur als "Schaugänge" angesehen werden. Die Ursprünge finden sich vornehmlich in Nordamerika. Diese Schaugänge besitzen keinen praktischen Nutzen, weder für den Reiter und erst recht nicht für das Pferd. Den Pferden müssen diese Gänge in langwierigen Lektionen antrainiert werden. Bei diesen Lektionen kann in vielen Fällen durchaus davon ausgegangen werden, dass der Tierschutz stark vernächlässigt wird. | Als Beispiel: Die beim Tennessee Walking Horse geforderte hohe Knieaktion wird dem Pferd mittels zweier Gewichte an den Vorderhufen gelehrt. Eine zusätzlich lose um die Fesselgelenke geführte Kette schlägt bei jedem Schritt auf den Hufkronenrand. Die massive Schmerzeinwirkung soll das Pferd zu den hohen Knieaktionen erziehen. Anders sieht es bei einigen Gangpferderassen aus: Diese beherrschen neben den Grundgangarten von Natur aus noch weitere Gangarten. Als eine der bekanntesten Rassen sei hier das Islandpferd angeführt, welches zusätzlich noch über den Tölt verfügt. Es gibt rund 40 verschiedene Gangpferderassen, wobei jedoch nicht unterschieden wird, ob die jeweilige Rasse von Natur aus über zusätzliche Gänge verfügt oder dem Pferd eine weitere Gangart antrainiert wurde. So zählen zum Beispiel das bereits erwähnte Tennessee Walking Horse, Paso Fino, der Aegidienberger oder auch der Töltende Traber zu den Gangpferderassen. | |
| Hier eine Übersicht bekannter Gangarten: | ||
| Schritt | ||
| Langsamste und gebräuchlichste Gangart. Fußfolge: rechts-vorn - links-hinten - links-vorn - rechts-hinten - ff | ||
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Beim normalen Schritt befinden sich immer zwei oder drei Hufe auf dem Boden. | Es ist eine Viertakt-Gangart mit sehr regelmäßiger Klangfolge zwischen den jeweiligen Schritten. | |
| Trab | ||
| Mittelschnelle Gangart. Fußfolge: vorn-rechts & hinten-links - vorn-links & hinten-rechts - ff | ||
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Beim normalen Trab setzen die diagonalen Beinpaare so kurz nacheinander auf dem Boden auf, dass praktisch nur ein einziger Schlag pro Beinpaar zu hören ist. In der nachfolgenden Schwebephase befinden sich alle Hufe in der Luft. | Der Trab ermöglicht es dem Pferd, sich mit zügigem Tempo über größere Distanzen zu bewegen. | |
| Galopp | ||
| Schnellste Gangart. Fußfolge: vorn-links - hinten-rechts - hinten-links & vorn-rechts | ||
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Der normale Galopp ist eine Dreitakt-Gangart. Man hört drei kurze Schläge in regelmäßiger Folge, gefolgt von einer Pause in der Schwebephase. Der Galopp ist eine unsy- metrische Gangart: Beim Links-Galopp fußt das Pferd zuerst mit dem linken Huf, beim Rechts-Galopp zuerst mit dem rechten Huf auf. | In der Natur können Pferde sehr schnell bei einem Richtungswechsel zwischen Links- und Rechts-Galopp wechseln. In freier Wildbahn galoppieren Pferde fast nur bei Gefahr. Eine Ausnahme stellt das Fortpflanzungsverhalten dar, wo der Galopp auch als Imponiergehabe dient. | |
| Pass | ||
| Eine teilweise bei einigen Rassen natürliche Gangart. Fußfolge: links-vorn & links-hinten - rechts-vorn & rechts-hinten - ff | ||
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Bei einem Pass im Schrittempo ergibt sich ein Viertakt-Schlag, ähnlich dem Schritt. Im Pass bei Trabtempo hört man einen Zweitakt-Schlag, hier fußt das Pferd mit zwei Hufen fast zeitgleich auf, dazwischen liegt wie beim Trab eine Schwebephase. Anders als bei anderen Gangarten gibt es beim Pass keine diagonale Schrittfolge. | Vertreter natürlicher Pass-Gänger sind zum Beispiel die peruanischen Pasos. | |
| Tölt | ||
| Für den Reiter sehr bequeme Gangart. Fußfolge: Variante zwischen Schritt und Pass | ||
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Diese für den Reiter sehr bequeme Gangart ist für das Pferd anstrengender als gleichmäßiger Trab, bedingt durch die schnelle Schrittfolge. dasses sich um eine Variante zwischen Schritt und Pass handelt, haben nahezu alle Pass-Gänger auch eine natürliche Veranlagung zum Tölt. | Beim Tölt wird der Hals sehr hoch getragen, durch diese Haltung schwingt der entspannte Rücken kaum mit. Bekannte Vertreter sind die Islandpferde. | |
| Jog | ||
| Gangart für größere Distanzen. Fußfolge: Langsamer Trab | ||
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Im Gegensatz zum normalen Trab setzen beim Jog die diagonalen Beinpaare nicht gleichzeitig, sondern leicht kurz nacheinander auf. Es ergibt sich so ein unregelmäßiger Viertakt. Der Jog gilt als Arbeits-Gangart, entstanden im amerikanischen Westen. | Der Jog eignet sich dazu, auf bequeme Weise größere Distanzen zurück zu legen. Anders als der Tölt, ist diese Gangart sowohl für den Reiter als auch für das Pferd angenehm und kann auch über längere Strecken beibehalten werden. | |






