Verdauung
Die Verdauung dient der Gewinnung benötigter Energie aus der aufgenommenen Nahrung. Zu diesem Zweck wird die Nahrung zerkleinert, mit der Hilfe von Enzymen aufgespaltet und zum Teil resorbiert. Bestandteile der Nahrung, die nicht resorbiert werden können, werden als Kot ausgeschieden. Damit diesen Aufgaben nachgekommen werden kann, verfügt der Verdauungstrakt beim Pferd über eine Gesamtlänge von über 35 Metern und erreicht somit, würde man ihn auseinanderziehen, die Länge einer Reitbahn. | Der Verdauungstrakt wird unterschieden in seine Bestandteile:
Ebenfalls zum Verdauungstrakt zählen die Bauchspeicheldrüse und die Leber. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Mundhöhle übernimmt, zusammen mit den Lippen, hauptsächlich die Aufnahme der Nahrung. Sie ist im inneren mit einer sehr robusten Schleimhaut ausgekleidet und beinhaltet die beiden Zahnbögen. Ihr freier Raum von rund 30cm Länge wird bei geschlossenem Maul von der ebenfalls recht langen Zunge ausgefüllt. dassdie aufgenommene Nahrung in der Regel trocken und hart ist, muss sie für die nachfolgende Passsage des Magen-Darm-Trakts zerkleinert und eingeweicht werden. Die Zerkleinerung ist Aufgabe der Zähne. Diese sind von einem sehr harten Schmelz überzogen, wie er bei Pflanzenfressen üblich ist. dassauch dieser Zahnschmelz einer Abnutzung unterliegt, werden die Zähne schon sei langer Zeit zur Altersbestimmung herangezogen. Das Einweichen der Nahrung erfolgt mittels des Speichels, der von den Speicheldrüsen über deren Ausführungsgänge in die Mundhöhle abgesondert wird. In der Mundhöhle selbst ist nur Platz für kleinere Speicheldrüsen, so finden sich hier die Backen-, Gaumen-, Lippen- und Zungenspeicheldrüsen. Die größeren Drüsen, die Unterzungen-, Unterkiefer- sowie die Ohrspeicheldrüsen, sitzen im seitlichen Halsansatz und dem Kehlgang. Der Schlundkopf, auch Rachenhöhle genannt, bildet hinter der Mundhöhle eine Raum, in den sowohl die Speiseröhre als auch die Luftröhre münden. Er stellt durch das lymphatische Ringsystem in seiner Schleimhaut, den Mandeln, eine Art Verteidigungswall gegen aerogene und alimentäre Infektionen dar. Die Speiseröhre weist eine Länge von etwa 1,2 Metern auf und besteht aus einem von Muskeln umschlossenem Schlauch, der auf der Innenseite mit einer Schleimhaut ausgekleidet ist. Das obere Ende beginnt am Schlundkopf, von dort verläuft die Speiseröhre durch den Hals und die Brusthöhle. Kurz hinter dem Zwerchfell mündet sie in der Bauchhöhle im Mageneingang. Bedingt durch den verhältnismäßig kleinen Durchmesser, den häufigen und engen Biegungen und der Länge kann es bei unzureichend zerkleinerter und eingespeichelter Nahrung an bestimmten Stellen, zum Beispiel am Brusteingang, zu Verstopfungen kommen. Der Magen ist mit einem Gesamtinhalt von weniger als 15 Litern für einen Pflanzerfresser in dieser Größenordnung recht klein. Seine Wand ist nur minimal dehnbar und der Zugang von der Speiseröhre aus durch eine kräftige Muskelschleife abgeschlossen. Durch diese Umstände kann ein Pferd faktisch nicht erbrechen, ferner muß ein ständiger Fluß des Nahrungsbreis vom Magen in den Dünndarm aufrecht erhalten werden, dassansonsten die Gefahr einer Zerreißung der Magenwand besteht. Im Inneren wird die Schleimhaut durch eine Randleiste in drüsenlose und drüsenhaltige Zonen unterteilt, in diesem Bereich setzen sich in den meisten Fällen die Larven der Magendasseln fest.
Der Dünndarm liegt zum größten Teil im linken, oberen Teil der Bauchhöhle und erreicht eine Länge von bis zu 25 Metern. Der Dünndarm wird zusätzlich noch in Zwölffinger-, Leer- und Hüftdarm unterteilt, auch die Bauchspeicheldrüse und die Leber wirken im Dünndarm mit. | Der Zwölffingerdarm beginnt am Magenausgang, der Magenpforte, und wird rund 1 Meter lang. Er liegt dicht hinter der Leber und wechselt mit einer Biegung um die rechte Niere auf die linke Seite und mündet dort im Leerdarm. Der Leerdarm ist der längste Abschnitt des Verdauungstraktes. Dort verlangsamt sich die Passagegeschwindigkeit des Nahrungsbreis, um eine Resorbierung der Nahrungsbestandteile durch die Sekrete der Bauchspeicheldrüse, Leber, Galle und des Leerdarms zu einem Teil in diesem Abschnitt zu ermöglichen. Die Innenwände des Leerdarms sind durch Zotten und winzige Zellausläufer auf ein vielfaches der eigentlichen Fläche vergrößert. Der Hüftdarm erreicht eine Länge von lediglich maximal 70cm, ist aber sehr gut bemuskelt. Seine Funktion besteht darin, in regelmäßigen Abständen kleine Mengen des Futterbreis in den Dickdarm zu befördern. Dies geschieht über eine fest verschließbare Öffnung zwischen Hüft- und Dickdarm. Der Dickdarm besitzt einen Durchmesser von rund 5cm und eine Länge von bis zu 9 Metern. Der Dickdarm teilt sich in Blind-, Grimm- und Mastdarm. Der Blinddarm verfügt über ein Volumen von mehr als 30 Litern bei einer Länge von rund 1 Meter. Der Kopf des Blinddarms liegt im Bereich der rechten Niere, durch seine Hakenform zeigt die Spitze in Rich- tung des hinteren Brustbeins. Auf der Innenseite ist die Wandung mit einer Reihe Ausbuchtungen versehen, welche mit Bandstreifen in vier Abschnitte unterteilt sind. Im Blinddarm wird die mit der Nahrung aufgenommene Zellulose durch Bakterien und anderer Einzeller abgebaut, von seiner Funktion her ähnelt der Blinddarm dem Pansen bei Wiederkäuern. Der Grimmdarm wird bei einer Länge von rund 8 Metern in zwei etwa gleichlange Stücke, das große und das kleine Colon, aufgeteilt. Das große Colon, auch der aufsteigende Grimmdarm genannt, nimmt nahezu die gesamte unter Hälfte der Bauchhöhle ein. Betrachtet man den Verlauf des großen Colons, wird klar, dass gerade hier einige anatomische Besonderheiten liegen, die eine Darmkolik begünstigen. Das große Colon wirkt wie der Blinddarm an der Verdauung von Zellulose mit. Über das Quercolon geht es in das kleine Colon, den absteigenden Grimmdarm, über. Im kleinen Colon werden durch die gleichmäßige Darmbewegung und den weiteren Wasserentzug die typischen Pferdeäpfel geformt. Der Mastdarm führt als Abschluß aus dem kleinen Colon heraus durch das Becken zum After, welcher in Höhe des zweiten Schweifwirbels als der vorstehende Afterkegel, in dem der doppelte Schließmuskel sitzt, sichtbar wird. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||

