Ohren


Die Ohren übernehmen zwei grundlegende Funktionen: Zum einen ermöglichen sie dem Pferd den Hörsinn, zum anderen ist im Innenohr das Gleichgewichtsorgan angesiedelt. Sowohl der Hörapparat als auch das Gleichgewichtsorgan werden innerhalb des Gesichtsschädels vom Knochen des Schläfenbeins umschlossen und geschützt.

Unterteilt wird das Ohr allgemein in die Bereiche:

Äußeres Ohr (1), Mittelohr (2) und Innenohr (3).

A Ohrmuscheltüte G Paukenhöhle
B Äußerer Gehörgang H Gehörschnecke
C Gleichgewichtsorgan J Gehörnerv
D Gehörknöchelchen 1 Abschnitt äußeres Ohr
E Trommelfell 2 Abschnitt Mittelohr
F Ovales Fenster 3 Abschnitt Innenohr

Das äußere Ohr:

Zum äußeren Ohr zählen die Ohrmuscheltüte (A) und der äußere Gehörgang (B). Diese haben die Aufgabe und Funktion, Schallwellen aufzunehmen und an das Innenohr (2) weiterzuleiten. Zu diesem Zweck endet der äußere Gehörgang direkt am Trommelfell (E).

Die Ohrmuscheltüte weist eine sehr hohe Beweglichkeit auf, die durch radiäre Muskeln an ihrer Basis erreicht wird. Jeder kennt das Spiel der Ohren bei Pferden, an welchem sich auch Stimmungen der Tiere ablesen lassen.

Der Mensch kann auf Grund seiner feststehenden Ohren Geräusche durch minimale Laufzeitunterschiede der Schallwellen räumlich orten, Pferde bewegen zu diesem Zweck die Ohrmuscheltüten in Richtung der Schallquelle.

Das Mittelohr:

Dieser Bereich besteht hauptsächlich aus der Paukenhöhle (G). In oberen Teil der Paukenhöhle sind die Gehörknöchelchen (D) eingespannt. Die Gehörknöchelchen bestehen aus: Hammer, Amboß, Linsenbein und Steigbügel.

Das Trommelfell (E) wird über diese Knochen mechanisch mit dem Ovalen Fenster (F) verbunden. Die ankommenden Schallwellen treffen zunächst auf das Trommelfell, werden von diesem in mechanische Schwingungen umgesetzt und auf den Hammer übertragen, passieren Amboß, Linsenbein und gelangen schließlich über den Steigbügel zum Ovalen Fenster. Das Ovale Fenster bildet den Zugang zur Gehörschnecke (H) und stellt somit die Schnittstelle vom Mittelohr zum Innenohr dar.

Das Innenohr:

Im Innenohr finden sich die Gehörschnecke (H) und das Gleichgewichtsorgan (C), bestehend aus den drei Bogengängen und dem Vorhof.

Vom Ovalen Fenster (F) kommend gelangen die Schallwellen in die Gehörschnecke. Die Gehörschnecke besteht aus einem sehr dünnen, doppelter Gewebeschlauch, der wie eine Spindel vom Ovalen Fenster zur Spitze der Gehörschnecke verläuft.

Der eigentliche Hörsinn entstammt der mittleren Trennwand der Gehörschnecke. Hier sitzt das Cortische Organ, Sinneszellen, welche durch die übertragenen mechanischen Reizungen unterschiedlich starke elektrische Impulse an den Gehörnerv (J) weitergeben. Der bei Pferden sehr stark ausgebildete Gehörnerv leitet die Impulse direkt an das Gehirn weiter.

Das Gleichgewichtsorgan:

Dieses Organ (C) besteht im wesentlichen aus zwei an die Basis der Gehörschnecke (H) angrenzenden Vorhöfen und den drei markanten Bogengängen.

Die Bogengänge sind in den drei Richtungen eines Raumes senkrecht in einem Winkel von ca. 90° angeordnet, entsprechend einem Koordinatensystem mit X-, Y- und Z-Achse. Innerhalb der Bogengänge befinden sich sehr feine, flüssigkeitsgefüllte Ampullen. Durch die Gesetze der Massenträgheit und die besondere Anordnung der Bogengänge leiten die Ampullen Reize an das Gehirn weiter, welche durch Richtungs- oder auch Drehmomentänderungen des Schädels hervorgerufen werden.

Pferdeohren sind empfindlich !

Daran sollte man immer denken, wenn man ein Pferd an den Ohren berührt. Und besondere Vorsicht gilt beim Überstreifen des Halfters über die Ohren. Werden die Ohrmuscheltüten zum Beispiel abgeknickt, ist das für ein Pferd sehr schmerzhaft.